Risiken

Marktgröße

Eine der wohl größten Unbekannten ist die in den Medien kursierende Marktgröße. Statistische Daten zu Absatz-/Nachfragemengen, den tatsächlichen Preisen oder Konsummengen basieren mehrheitlich, aufgrund mangelnder (historischer) Daten, auf annahmegestützten Modellen und Schätzungen. Die im Netz auffindbaren Schätzungen gehen sehr weit auseinander:

Ein jüngster Report der Green Wave Advisors (GreenWave_Report_ES.pdf (833860)) spricht von möglichen Einzelhandelsumsätzen in Höhe von 35 Mrd. US-$ im Jahre 2020, sollten alle 50 Staaten Marihuana gänzlich legalisieren. Nerdwallet  schätzt den Markt indes auf lediglich 14 Mrd. US-$. (Cannabis Cash vom 22.10.2014: How Much Money Could your State Make from Marijuana Legalisation?)  Zieht man andere Datenquellen heran, landet man irgendwo darüber, dazwischen oder gar darunter.

Welche Daten nun die korrekten sind, kann keiner sagen, da alle Schätzungen auf den verschiedensten Annahmen beruhen.

Diese Annahmen sind u.a.:

  • Die tatsächlichen Konsumgewohnheiten
  • Die Anzahl der tatsächlichen Cannabis-Nutzer
  • Die Häufigkeit und Menge des individuellen Konsums
  • Der Marktpreis

Es wird u.a auf statistische Erhebungen von Datenlieferanten wie dem U.S. Department of Health and Human Services (HHS), Green Wave Advisors, oder Rand Corp referenziert. Da es sich jedoch nach wie vor auf Bundesebene um eine illegale Substanz handelt, tun sich die meisten wohl schwer sich bei Umfragen tatsächlich als “Kiffer” zu outen – all diese „offiziell“ erhobenen Daten sind demnach äußerst fragil und fragwürdig. U.a. wird nicht zudem beachtet, dass bspwe. 80 % der Nachfrage von 20% der Nutzer kommen (Heavy-User) siehe (www.rand.org).

Diese Zahlen vermitteln isoliert betrachtet den Eindruck eines riesigen Potenzials und ungeahnter Chancen. Jedoch findet ein maßgeblicher Umstand kaum Beachtung bei den vielen „positiven“ Schätzungen bzw. Analysen:

Der Staat hat seine Finger im Spiel! 

 

In einer freien Marktwirtschaft würden diese positiven Schätzungen durchaus Sinn ergeben und Lust auf mehr machen. Der noch junge Cannabismarkt ist jedoch alles andere als ein freier Wettbewerb. Der Staat ist maßgeblich am Wachstum des Wirtschaftszweigs und dem Absatzvolumen beteiligt indem er den Ordnungsrahmen setzt und regulierend in sowohl die Absatz-bzw. produktionsmengen als auch indirekt über Steuern in den Preismechanismus eingreift.  Und immer wo der Staat seine Hände im Spiel hat, entstehen negative Effekte entgegen einem freien Marktspiel. Die Absatzmengen können nicht effizient allokiert werden, der Preis entsteht nicht aufgrund der tatsächlichen Angebot/- Nachfragesituation. Auch die durch den erheblichen bürokratischen Aufwand entstehenden Kosten stehen einem effizienten Markt entgegen.  Zudem kommt immer die Problematik der Beständigkeit geltender GesetzeDenn wer kann heute sagen, ob die Legalisierung weiter von statten geht oder gar aufrecht erhalten bleibt, sollten sich die politischen Kräfte verschieben. Zur Erinnerung: Auf Bundesebene handelt es sich auch in Amerika nach wie vor um eine verbotene Substanz!

Konkurrenz vom Schwarzmarkt! 

Auch unbeachtet wird der deutlich unterschätzte, seit Jahrzehnten etablierte,  Schwarzmarkt. Klar – die Bundesstaaten, die sich für eine Legalisierung aussprachen wollten ja u.a. gerade diesen zum Erliegen bringen. Die Absatzzahlen am Schwarzmarkt dürften schätzungsweise nachgeben. Allerdings kann man aber auch heute davon ausgehen, dass sich nur die wenigsten Konsumenten bei staatlichen Programmen registrieren, geschweigedenn in offiziellen Headshops ihr Weed beziehen werden, sollte der Preis dort bei gleicher Qualität höher als bei dem „altbewährten“ Dealer seines Vertrauens sein. „Denn während Anbau und Produktion in den USA teuer und arbeitsintensiv sind, können Produzenten in Südamerika zu niedrigeren Lohnkosten anbauen. Die Freiland-Anbauer aus dem Süden dominieren den Großteil des illegalen Cannabis-Marktes in den USA, der im Jahr rund 40 Milliarden Dollar umsetzt. Selbst wenn der Konsum in den USA noch weiter legalisiert wird, dürften viele auf den günstigeren Schwarzmarkt ausweichen. Auch, weil Städte wie Denver Steuern von bis zu 25 Prozent auf Marihuana-Produkte erheben.“ (Quelle)

Risiken eines neuen Marktsegments

 

Wie so oft schon am Aktienmarkt gesehen, ziehen v.a. augenscheinlich lukrative neue Geschäftsfelder oder Börsenhypes die üblichen Verdächtigen, hier und da sogar einschlägig bekannte Aktienmanipulateure, an.  Viele der hier aufgezeigten Unternehmen (beispiel-aktienuberblick/) sind m.E. und auch teilweise bewiesenermaßen klassische Pump&Dump-Werte. (Bsp. MedBox: Der Fall MedBox (MDBX) / Boom bei Marihuana-Penny-Aktien von „Scharlatanen“ durchzogen)

Man erkennt diese u.a. daran, dass es sich um Unternehmen handelt, die ihr Geschäftsfeld wie ein Fähnchen im Wind ausrichten: Man richtet sein Geschäftsfeld stets nach dem Hype aus, der aktuell en vogue an der Börse ist. Beispiele aus der Vergangenheit sind, um nur einige zu nennen: Solar, Erneuerbare Energien, Dauerbrenner Pharama, Ölsande, Seltene Erden, Explorationen, Fracking, Bitcoins und jetzt ist es eben das Thema Marihuana.

Obwohl das Geschäftsfeld und in diesem Zuge meist auch der Firmenname geändert wurde, bleibt oftmals das Management bestehen, was einen schon direkt stutzig machen sollte. Denn welches Management kann von sich behaupten, sich in all den verschiedenen Geschäftsfeldern professionell auszukennen?!

 

 

 

Kaum war die neue Branche geboren, warnten auch zurecht schon kurze Zeit darauf diverse Aufsichtbehörden vor Investments in diesem neuen Markt. Einige Unternehmen gerieten schnell ins Visier der Ermittlungen der SEC, es kam zu mehreren Handelsaussetzungen.

 

 

 

Die Gründe reichten vom Insiderverdacht bis hin zur Marktmanipulation:

Ausgesetzes Unternehmen Zeitraum SEC-Begründung
Aventura 05.03.2014-18.03.2014 http://www.sec.gov/litigation/suspensions/2014/34-71647-o.pdf
Petrotech Oil & Gas 14.03.204-27.03.2014 http://www.sec.gov/litigation/suspensions/2014/34-71723-o.pdf
Citadel 21.03.2014-03.04.2014 http://www.sec.gov/litigation/suspensions/2014/34-71762.pdf
Advanced Cannabis Solutions 27.03.2014-09.04.2014 http://www.sec.gov/litigation/suspensions/2014/34-71814.pdf
GrowLife 10.04.2014-24.04.2014 http://www.sec.gov/litigation/suspensions/2014/34-71924.pdf
CannaBusinessGroup 07.05.2014-20.05.2014 http://www.sec.gov/litigation/suspensions/2014/34-72113.pdf
FusonPharm 16.05.2014-30.05.2014 http://www.sec.gov/litigation/suspensions/2014/34-72177-o.pdf
Alt. Energy Partners / SK3 Group 06.06.2014-19.06.2014 http://www.sec.gov/litigation/suspensions/2014/34-72337-o.pdf

Auch die FINRA gab mehrere Warnungen aus!

Viele Aktien sind die klassischen Pump-and-Dump-Betrügereien, wo Promoter den Preis einer dünngehandelten Aktie künstlich aufblasen, selbst verkaufen und den Kurs wie eine Seifenblase platzen lassen, warnt die US-Finanzaufsicht Financial Industry Regulatory Authority (Finra).“ (Finra Inbox Alert—Don’t Trade on Pump-And-Dump Stock Emails / Finra Avoiding Investment Scams)

Weiterführende Infos hierzu: Handelsaussetzungen der SEC im Cannabis-Sektor ; SEC warnt vor Marihuana-Aktien und greift ein ; SEC verhaftet 4 Männer im Zusammenhang mit Marktmanipulation mehrerer Aktien, unter anderem von HEMP und PHOT (Growlife) ;  Boom bei Marihuana-Penny-Aktien – von „Scharlatanen“ durchzogenFraudsters target pot stocks Investor Alert: Marijuana-Related Investments ; SEC Be Alert When You Receive Spam E-mail or Faxes And When You See “Unsolicited Quotations” Posted for Stocks ; http://www.sltrib.com/sltrib/money/57569014-79/division-marijuana-medical-company.html.cspMarijuana stock scam warning

Betrugsrisiken

Betrug wittern:

Raum für Betrug – Pump & Dump

Seitdem medizinisches Marihuana in aktuell dreiundzwanzig US-Bundesstaaten und Marihuana für den Endkonsum in zwei US-Bundesstaaten legalisiert wurde zog das Thema Marihuana sowohl von den Medien als auch von Betrügern immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Wie viele andere Betrugsfelder, bietet nun auch das Thema Marihuana-Aktien eine Spielwiese für potenziell betrügerische Marihuanabezogene Unternehmen oder andere betrügerische Spielarten.

Die o.g. erneute Warnung der Finra will nicht nur das Thema Betrug(-spotential) beleuchten, sondern darüber hinaus Anleger vor den Risiken eines Investments in illiquide, intransparente Aktien, aufmerksam machen. Egal welcher Branche der Titel angehört – ein Hot Stock ist in der Lage jedes Depot zu minimieren.

Hier die bekanntesten Betrugs – Spielarten:

  • Spam-Faxe mit vermeintlichen Insidertipps
  • E-Mail oder SMS
  • Unaufgeforderte Anrufe (Cold Calling)
  • Empfehlungen in Börsenbriefen (Scalping)
  • Tweets und Blog-Beiträge

Unabhängig davon, auf welchem Wege Sie auf das Thema aufmerksam (gemacht) wurden, betrügerische Angebote enthalten fast immer die gleichen Markenzeichen aus der “ Pump & Dump – Trickkiste„. Die „Pumper“ (Betrüger) locken Investoren insbesondere mit aggressiven, optimistischen und möglicherweise falschen oder irreführenden Aussagen oder Informationen – die dazu geeignet sind, Nachfrage nach illiquiden Aktien augenscheinlich vorzutäuschen und das betreffende Unternehmen mit erst junger oder gar keiner Story in bestem Lichte erscheinen  zu lassen (Pump). Nachdem die Kurse ein gewisses Niveau erreichen, veräussern die Betrüger ihre Anteile im Gewinn – der Aktienkurs fällt ins Bodenlose und ahnungslose Anleger sitzen auf ihren wertlosen Aktien oder Mänteln (Dump).

Spam-Faxe mit vermeintlichen Insidertipps

Dieses augenscheinlich falsch versendete Fax eines gewissen Sebastian an einen ebenso unbekannten Patrick soll dank privater Note für Glaubwürdigkeit sorgen. Allerdings handelt es sich hierbei um eine mehr als unseriöse Masche, den Kurswert einer neu gelisteten Aktie künstlich in die Höhe zu treiben. Es wird von einer vermeintlichen Übernahme der Firma Adera Energy plc berichtet, die zu einer Kurssteigerung von aktuell 2 Euro auf über 4 Euro führen soll.

Je nach Anzahl der Empfänger dieser Nachricht und deren Gutgläubigkeit, kann man in der Tat davon ausgehen, dass der Kurs zulegen wird – die meisten privaten Anleger werden dabei aber leer ausgehen, wenn die Initiatoren des Fax-Spam ihre eigenen Aktienpakete im großen Stil wieder abstoßen werden, während die getäuschten Anleger noch auf die hingeschwindelte Übernahme warten.

Interessant wäre an dieser Stelle zu wissen, welche Rolle die Firma selber in dieser Aktion spielt!? Weiß man dort von der Aktion bzw. hat sie vielleicht selber initiiert…? Oder sind hier betrügerische Einzelkämpfer unterwegs, die auf Kosten der Anleger und der Firma privat Kapital schlagen wollen…?

Quelle: http://werbungvernetzt.wordpress.com/2011/10/28/fax-spam-adera/

Unaufgeforderte E-Mail oder SMS

Sie haben eine Email unaufgefordert erhalten, in der es um eine äusserst lukrative Investition geht, nahezu ohen Risiken? Lesenn Sie erst gar nicht weiter und löschen diese Mail.Was steckt dahinter? Der einzige Grund warum Sie diese Email erhalten haben ist der, damit die Absender von steigenden Börsenkursen profitieren können.

Unaufgeforderte Anrufe (Cold Calling)

Sie haben einen Anruf von einer Person bekommen, die Ihnen Anlagetipps gibt? Hinterfragen Sie, warum Ihnen eine fremde Person Empfehlungen gibt, und warum sie das wohl tut. Aus Altruismus sicher nicht!

In der Regel steckt klassische Marktmanipulation hinter solchen Anrufen. Telefonverkäufer pushen die Aktie und bieten sie zum Kauf an, teilweise mit aggressiven Methoden, optimistischen – und möglicherweise falschen oder irreführenden Aussagen oder Informationen – die dazu geeignet sind, Nachfrage nach illiquiden Aktien augenscheinlich vorzutäuschen und das betreffende Unternehmen mit erst junger oder gar keiner Story in bestem Lichte erscheinen zu lassen (Pump). Nachdem die Kurse ein gewisses Niveau erreichen, veräussern die Betrüger ihre Anteile im Gewinn – der Aktienkurs fällt ins Bodenlose und ahnungslose Anleger sitzen auf ihren wertlosen Aktien oder Mänteln (Dump).

Empfehlungen in Börsenbriefen (Scalping)

Wieder lesen Sie etwas von einem Verdoppler – und wieder lag der Börsenbrief richtig? Entweder der Brief wurde gut recherchiert und die Fakten sind nachvollzieh- und belastbar –  dann könnte etwas daran sein am Geschriebenen. Denken Sie jedoch daran, dass Börsenbriefe jeweils lediglich die Meinung des Verfassers wiedergeben und der Inhalt des Geschriebenen nicht zwangsläufig auf Tatsachen beruhen muss. Warum der verfasser zu seiner Einschätzung gekommen ist sollte immer auch nachvollziehbar sein. Fehlt es an nachvollziehbaren Fakten und gibt der Verfasser lediglich eine nicht weiter begründete, dafür um so positiver gestimmte Meinung kund, sollten Sie hellhörig werden und den Inhalt hinterfragen. Dies gilt vor allem dann, wenn von Kursexplosionen oder Verdopplern die Rede ist.

Bafin Broschüre zur Marktmanipulation

Weitere Links zu betrügerischen Machenschaften:

Investor Alert: Marijuana-Related Investments

Finra Inbox Alert—Don’t Trade on Pump-And-Dump Stock Emails

Finra Avoiding Investment Scams

SEC Be Alert When You Receive Spam E-mail or Faxes And When You See “Unsolicited Quotations” Posted for Stocks

http://www.sltrib.com/sltrib/money/57569014-79/division-marijuana-medical-company.html.csp

http://finance.yahoo.com/news/medical-marijuana-stock-scam-warning-185713595.html?soc_src=copy

http://www.sec.gov/answers/unsolicitedquotations.htm

http://nypost.com/2014/10/19/reefer-sadness-sec-sniffing-out-pot-companies-for-fraud/

 

Risiko Unternehmen

Fast alle auf meiner Seite aufgezeigten Unternehmen weisen keine Gewinne aus. Dies ist für eine neu entstehende Branche typisch, für den Anleger jedoch umso riskanter. Wie oben bereits angesprochen handelt es sich mehrheitlich um Unternehmen, die am Pinksheet gelistet sind und durch häufige Namens-und Geschäftsfeldwechsel gekennzeichnet sind.

Unter dem Strich kann man annehmen, dass es sich bei einem Unternehmen, das

  • sich an einem unreguliertem Handelsplatz ohne Publititätsvorschriften und geringsten bis keinen Markteintrittsbarrieren listen lässt
  • ständig seine Namen und damit einhergehend auch seine Geschäftsfelder bzw. Unternehmensausrichtung ändert –
  • das Management Bei der Neuausrichtung bestehen lässt
  • eine Ein-oder 2-Personengesellschaft ist bzw. über wenige Mitarbeiter verfügt
  • im Pennystock-Bereich gehandelt wird

wenig vertrauenserweckende Rahmenbedingungen für ein Investment aufweist. Die Risiken überwiegen in solch einer Konstellation in den meisten Fällen. Und gerade darauf sollte ein Investment fußen – auf Vertrauen in das Unternehmen.

Aus diesem Grund habe ich vor einiger Zeit meinen sog. Vertrauensbarometer entwickelt, der einen schnellen Überblick über jedes Unternehmen geben soll und die Unternehmen aus dieser Sicht vergleichbar macht.

Risiko Handelsplatz

Oftmals notieren diese Unternehmen lediglich  am sog. Pinksheet gelistet und notieren im Pennystock-Bereich.  Dieser OTC-Marktplatz ist nicht zu verwechseln mit einer öffentlich-rechtlichen, regulierten Börse! Die Listingbedingungen, Informationsweitergabeverpflichtungen und andere Folgepflichten wie div. Buchführungsaspekte sind äußerst gering bis gar nicht vorhanden – dies erzeugt Intransparenz und fördert nicht unbedingt das Vertrauen.  Zudem geht mit einem Listing im OTC-Markt i.d.R. ein äußerst dünnes Handelsvolumen einher, was von der Handelbarkeit ebenso massive Risiken mit sich bringt.

Die Wahl des Handelsplatzes gibt eine erste Indikation über die Transparenz eines Unternehmens. Nahezu alle auf dieser Website beleuchteten Unternehmen sind lediglich im OTC-Markt (ausserbörslicher, unregulierter Markt – Näheres siehe HIER) gelistet. Dies birgt für Anleger viele Risiken !

 

Der OTC-Marktplatz ist selbst unterteilt in verschiedene Segmente:

Nahezu alle hier vorgestellten Unternehmen sind lediglich am Pinksheet gelistet.

Pink Sheets ist eine ausserbörsliche Handelsplattform für OTC-Aktien in den USA, die von der privaten Pink Sheets LLC betrieben wird . Da die dort geführten Titel weder gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen noch bei der SEC registriert sein müssen, gelten Geschäfte mit Pink-Sheet-Titeln als äußerst riskant. Der Name stammt von der früheren Praxis, Informationen über diese Titel auf rosa Papier auszugeben.

Dadurch, dass die am Pinksheet gelisteteten Unternehmen unterschiedliche Arten der Informationpflicht unterliegen, ist das Pinksheet selbst nochmnals unterteilt in verschiedene Segmente:

Die OTC Market Group unterteilt das Pinksheet selbst in 3 Untersegmente, die davon abhängen, inwieweit welche Arten der Informationen publiziert werden:

  • Current Information
  • Limited Information
  • No Information

Current Information (Informationen vorliegend)

Hier handelt es sich um Unternehmen, die dem International Financial Reporting Standard oder dem Alternative Reporting Standard zunterliegen, indem sie  die öffentlich eingereichten Unterlagen durch den OTC-Disclosure & News Service gemäß den OTC Pink Basis Disclosure Richtlinien zur Verfügung stellen. (OTC Pink Basic Disclosure GuidelinesDiese Kategoriesierung erfolgt ausschließlich anhand der Informationsbekanntgaben und stellt kein Qualitätsmerkmal oder eine Risikoklassifizierung dar.

Limited Information (Begrenzte Informationen)

Es handelt sich um Unternehmen mit Rechnungslegungsproblemen, wirtschaftliche Not oder in Konkurs.Es gibt lediglich begrenzte Informationen, die sie der Öffentlichkeit zugänglich machen. Der „Limited Information“- Kategorie gehören auch Unternehmen an, die zwar nicht in Not sind, aber nicht bereit sind, den Offenlegungspflichten gemäß denm OTC Pink Basic Disclosure Guidelines nachzukommen.

No Information (Gar keine Informationen)

Diese Unternehmen veröffentlichen gar keine Informationen! Solche Unternehmen sollten immer gut recherchiert werden – von einem Investment sollte man Abstand halten, es sei denn, man will eine Kasino-Aktie.

Weitere Risiken

Käuferschutz

There is a public interest concern associated with the company, security, or control person which may include but is not limited to a spam campaign, questionable stock promotion, investigation of fraudulent or other criminal activity, regulatory suspensions, or disruptive corporate actions. During the time it is labeled Caveat Emptor, any stock that is not in OTC Pink Current Information or OTCQB will also have its quotes blocked on www.otcmarkets.com.


OTC, Other OTC or Grey Market

„OTC“, „Other OTC“ or „Grey Market“  sind Aktien, die momentan nicht an der OTCQX, OTCQB oder am OTC Pinksheet gehandelt werden. Händler sind nicht bereit oder nicht in der Lage das Papier zu quotieren aufgrund mangelnder Nachfrage,  Verfügbarkeit von Unternehmensinformationen oder die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

The Venture Stage Marketplace

Venture stage Marktplatz für junge amerikanischer und inernationale Unternehmen und Startups. Die hier gelisteten Firmen müssen eligibility standards einhalten um die Informationslage für Investoren zu verbessern. To be eligible, U.S. and international companies must be current in their reporting, meet a minimum bid test of $0.01, and undergo a new annual verification and management certification process.

The Marketplace with Qualified Companies

Designed for investor-focused companies that meet high financial standards, are current in their disclosure and receive third party advisory. The companies found on OTCQX are distinguished by the excellence of their operations and diligence with which they convey their qualifications.

OTCQX

  • Investors can see prices and access market data – OTCM sets the best price standard by broadly distributing our market data through multiple channels, including Bloomberg, Thomson Reuters, and other leading market data distributors.
  • Investors can access company information – OTCM’s suite of Corporate Services empowers public companies and their advisors to improve visibility and availability of information.

 

Weitere Risikoaspekte

• Das zurückgekommene Preisniveau: Auch wenn die Preise teilweise erheblich zurückgekommen sind, müssen sich die Unternehmenswerte, ausgedrückt durch deren Marktkapitalisierung, erst noch nachhaltig beweisen. Hier ist meines Erachtens teilweise noch erhebliche, gar übertriebene Phantasie im Markt, welche ein enormes Risiko auf der Unterseite darstellen könnte. Brandaktueller Artikel hierzu: Kommerzieller Marihuana-Anbau: Grasschwemme bringt Händler in Not
• Es werden weitere Unternehmen auf den Markt strömen: Die bisher „bekannten“ börsennotierten Unternehmen machen lediglich einen marginalen Anteil des Gesamtmarktes aus. In den kommenden Jahren werden viele private Unternehmen den Markt penetrieren, die wahrscheinlich Anlegern deutliche bessere Aussichten bieten können. Dies kann nachhaltig dazu führen, dass das Interesse an den aktuell gehypten Unternehmen versickert und sich der Handel mit diesen weiter ausdünnt.

Gefahren von Hot Stock Investments

Risiko des Handelsplatzes

ump & Dump -Betrug am Bsp. von Nuvilex und Plandai Biotech

SEC warnt vor Marihuana-Aktien und greift ein
Die SEC verzeichnete einen Zuwachs von Anlegerbeschwerden bezüglich Investitionen in marihuanaverbundene Unternehmen. Sie zögerte nicht lange und setzte
temporär 5 Aktien vom Handel aus. Die Gründe der Aussetzungen sind vielschichtig, es reicht von „irreführenden Informationen“  bis hin zu Insiderhandels- und Marktmanipulationsverdacht

Betroffene Firmen:
FusionPharm, Cannabusiness Group, Growlife, Advanced Cannabis Solutions und Petrotech Oil&Gas..zum vollständigen Artikel….

Nach Wiedereinsetzung verlieren FusionPharm (FSPM) bis zu 60% unter massiven Umsätzen

Growlife (PHOT) verliert mehr als 50% nach 2-wöchiger Aussetzung der SEC wegen Verdacht des Insiderhandels

Citronresearch.com stuft Medbox Inc. als wertlosen Betrugstitel ein Bruce Bedrick, CEO von MedBox verkaufte Aktien im Wert von 4,5 Mio $  und versuchte diese Verkäufe vor Investoren und der SEC zu verstecken.