Betrugsrisiken

Betrug wittern:

 

Raum für Betrug - Pump & Dump

Seitdem medizinisches Marihuana in aktuell dreiundzwanzig US-Bundesstaaten und Marihuana für den Endkonsum in zwei US-Bundesstaaten legalisiert wurde zog das Thema Marihuana sowohl von den Medien als auch von Betrügern immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Wie viele andere Betrugsfelder, bietet nun auch das Thema Marihuana-Aktien eine Spielwiese für potenziell betrügerische Marihuanabezogene Unternehmen oder andere betrügerische Spielarten.

"Viele Aktien sind die klassischen Pump-and-Dump-Betrügereien, wo Promoter den Preis einer dünngehandelten Aktie künstlich aufblasen, selbst verkaufen und den Kurs wie eine Seifenblase platzen lassen", warnt die US-Finanzaufsicht Financial Industry Regulatory Authority (Finra). www.finra.org

Die erneute Warnung der Finra will nicht nur das Thema Betrug(-spotential) beleuchten, sondern darüber hinaus Anleger vor den Risiken eines Investments in illiquide, intransparente Aktien, aufmerksam machen. Egal welcher Branche der Titel angehört - ein Hot Stock ist in der Lage jedes Depot zu minimieren.

Hier die bekanntesten Betrugs - Spielarten:

  • Spam-Faxe mit vermeintlichen Insidertipps
  • E-Mail oder SMS
  • Unaufgeforderte Anrufe (Cold Calling)
  • Empfehlungen in Börsenbriefen (Scalping)
  • Tweets und Blog-Beiträge

Unabhängig davon, auf welchem Wege Sie auf das Thema aufmerksam (gemacht) wurden, betrügerische Angebote enthalten fast immer die gleichen Markenzeichen aus der " Pump & Dump - Trickkiste". Die "Pumper" (Betrüger) locken Investoren insbesondere mit aggressiven, optimistischen und möglicherweise falschen oder irreführenden Aussagen oder Informationen - die dazu geeignet sind, Nachfrage nach illiquiden Aktien augenscheinlich vorzutäuschen und das betreffende Unternehmen mit erst junger oder gar keiner Story in bestem Lichte erscheinen  zu lassen (Pump). Nachdem die Kurse ein gewisses Niveau erreichen, veräussern die Betrüger ihre Anteile im Gewinn - der Aktienkurs fällt ins Bodenlose und ahnungslose Anleger sitzen auf ihren wertlosen Aktien oder Mänteln (Dump).

 

Spam-Faxe mit vermeintlichen Insidertipps

 

Dieses augenscheinlich falsch versendete Fax eines gewissen Sebastian an einen ebenso unbekannten Patrick soll dank privater Note für Glaubwürdigkeit sorgen. Allerdings handelt es sich hierbei um eine mehr als unseriöse Masche, den Kurswert einer neu gelisteten Aktie künstlich in die Höhe zu treiben. Es wird von einer vermeintlichen Übernahme der Firma Adera Energy plc berichtet, die zu einer Kurssteigerung von aktuell 2 Euro auf über 4 Euro führen soll.

Je nach Anzahl der Empfänger dieser Nachricht und deren Gutgläubigkeit, kann man in der Tat davon ausgehen, dass der Kurs zulegen wird - die meisten privaten Anleger werden dabei aber leer ausgehen, wenn die Initiatoren des Fax-Spam ihre eigenen Aktienpakete im großen Stil wieder abstoßen werden, während die getäuschten Anleger noch auf die hingeschwindelte Übernahme warten.

Interessant wäre an dieser Stelle zu wissen, welche Rolle die Firma selber in dieser Aktion spielt!? Weiß man dort von der Aktion bzw. hat sie vielleicht selber initiiert...? Oder sind hier betrügerische Einzelkämpfer unterwegs, die auf Kosten der Anleger und der Firma privat Kapital schlagen wollen...?

Quelle: http://werbungvernetzt.wordpress.com/2011/10/28/fax-spam-adera/

 

Unaufgeforderte E-Mail oder SMS

Sie haben eine Email unaufgefordert erhalten, in der es um eine äusserst lukrative Investition geht, nahezu ohen Risiken? Lesenn Sie erst gar nicht weiter und löschen diese Mail.Was steckt dahinter? Der einzige Grund warum Sie diese Email erhalten haben ist der, damit die Absender von steigenden Börsenkursen profitieren können.

Unaufgeforderte Anrufe (Cold Calling)

 

Sie haben einen Anruf von einer Person bekommen, die Ihnen Anlagetipps gibt? 

Hinterfragen Sie, warum Ihnen eine fremde Person Empfehlungen gibt, und warum sie das wohl tut.

Aus Altruismus sicher nicht!

In der Regel steckt klassische Marktmanipulation hinter solchen Anrufen. Telefonverkäufer pushen die Aktie und bieten sie zum Kauf an, teilweise mit aggressiven Methoden, optimistischen - und möglicherweise falschen oder irreführenden Aussagen oder Informationen - die dazu geeignet sind, Nachfrage nach illiquiden Aktien augenscheinlich vorzutäuschen und das betreffende Unternehmen mit erst junger oder gar keiner Story in bestem Lichte erscheinen zu lassen (Pump). Nachdem die Kurse ein gewisses Niveau erreichen, veräussern die Betrüger ihre Anteile im Gewinn - der Aktienkurs fällt ins Bodenlose und ahnungslose Anleger sitzen auf ihren wertlosen Aktien oder Mänteln (Dump).

 

Empfehlungen in Börsenbriefen

(Scalping)

Wieder lesen Sie etwas von einem Verdoppler - und wieder lag der Börsenbrief richtig? Entweder der Brief wurde gut recherchiert und die Fakten sind nachvollzieh- und belastbar -  dann könnte etwas daran sein am Geschriebenen. Denken Sie jedoch daran, dass Börsenbriefe jeweils lediglich die Meinung des Verfassers wiedergeben und der Inhalt des Geschriebenen nicht zwangsläufig auf Tatsachen beruhen muss. Warum der verfasser zu seiner Einschätzung gekommen ist sollte immer auch nachvollziehbar sein. Fehlt es an nachvollziehbaren Fakten und gibt der Verfasser lediglich eine nicht weiter begründete, dafür um so positiver gestimmte Meinung kund, sollten Sie hellhörig werden und den Inhalt hinterfragen. Dies gilt vor allem dann, wenn von Kursexplosionen oder Verdopplern die Rede ist.

Bafin Broschüre zur Marktmanipulation

Weitere Links zu betrügerischen Machenschaften:

 

Investor Alert: Marijuana-Related Investments

Finra Inbox Alert—Don’t Trade on Pump-And-Dump Stock Emails

Finra Avoiding Investment Scams

SEC Be Alert When You Receive Spam E-mail or Faxes And When You See “Unsolicited Quotations” Posted for Stocks

http://www.sltrib.com/sltrib/money/57569014-79/division-marijuana-medical-company.html.csp

http://finance.yahoo.com/news/medical-marijuana-stock-scam-warning-185713595.html?soc_src=copy

http://www.sec.gov/answers/unsolicitedquotations.htm

http://nypost.com/2014/10/19/reefer-sadness-sec-sniffing-out-pot-companies-for-fraud/

 

Handelt es sich bei einem Unternehmen, das promoted wird, regelmäßig um „Betrugstitel“?

Bei der Betrachtung der Ergebnisse des Vertrauens- Barometers stellt sich der ein oder andere vielleicht die Frage, ob es sich bei den Unternehmen mit schlechten Werten automatisch um Betrugstitel handelt oder sich diese nicht in den Geschäftsfeldern bewegen, in denen sie vorgeben tätig zu sein.

Tatsächlich ist es so, dass man davon ausgehen kann, dass hinter einem Pump & Dump regelmäßig betrügerische Absichten stecken. Massiv gehypte und promotete Unternehmen sollten niemals als „richtiges Investment“ angesehen werden. Man sollte sich einfach vor Augen halten, dass promotete Penny Stocks  zwar über reelle Betriebsvermögen verfügen können,  deren Aktien jedoch davon vollkommen losgelöst betrachtet werden sollten! Denn selbst wenn das Unternehmen möglicherweise noch so "reell" ist, dessen Aktienbewertung muss es keineswegs sein! 

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Seitwärts-Pump&Dump-Kampagnen


Die meisten Pump & Dump - Kampagnen folgen i.d.R. immer dem gleichen "Smash und Grab - Schema" - ein kurzfristiger Anstieg des Volumens und des Kurses, welche künstlich durch Werbe-Newsletter und / oder Social-Media-Hypes initiiert wurden. Während dieser Phase verkaufen die Drahtzieher schnellstmöglich so viele Aktien Bestände wie sie können bzw. der Markt es verkraftet.Obwohl die meisten Werbekampagnen nur wenige Tage laufen, sind dennoch einige dazu geeignet, wochenlang eine künstliche Nachfrage in den beworbenen Aktien zu induzieren, vor allem dann, wenn der Betrug von "Wash-Sales" begleitet wird und die Unternehmens-Pressemeldungen einzig und allein darauf ausgerichtet sind, den Betrug (Pump & Dump) zu unterstützen.In der Regel beginnt der Aktienkurs nach Beeindigung der Kampagne wieder abzufallen. Naive Anleger werden jedoch durch weitere Berichte, die Begriffe wie "Rebound", "Shortcovering" oder "Gesunden Pullback" beinhalten beruhigt. An diese Anleger können die Drahtzieher dann auch in Phasen fallender Notierungen weiter ihre Bestände veräußern.

Die undurchsichtigste und somit hässlichste Variante des Pump & Dump - Betrugs ist wohl der sog. "Seitwärts Pump & Dump". Solch ein Betrug ist durch langfristige Betrugskampagnen über mehrere Monate hinweg gekennzeichnet; dabei wird eine schier unendliche Menge an Werbematerialien aus zahlreichen Quellen an Millionen von Adressaten verbreitet.Diese Art System wird von denjenigen angewandt, die in es weniger eilig haben ihre Bestände zu veräußern. Auf diese Weise wird versucht möglich unauffällig zu agieren, um nicht ins Fadenkreuz von Aufsichtsbehörden zu geraten, die durch einen schnellen Anstieg auf den Titel aufmerksam würden.

Nichtsdestotrotz sind diese "Seitwärts Pump & Dump -Kampagnen" nicht weniger berüchtigt als die kurzfristigen Kampagnen und oft auch lukrativer, da die Täter nachhaltig mehr Betrogene in ihr "System" locken können.
Das Verharren des Aktienkurses in einer engen Handelsspanne über einen längeren Zeitraum hat für die Drahtzieher gleich zweierlei Vorteile:

  1. Minimale Kursschwankungen nach unten sind weniger anfällig für Panikverkäufe, so dass die Veräußerung der Aktien vor allem für die Drahtzieher einfacher ist
  2. Minimale Kursschwankungen nach oben führen dazu, dass potenzielle Anleger nicht sofort das Gefühl haben, dass sie "den Zug verpasst " haben - sie werden also auch bei kleinen Kursgewinnen zu potenziellen Käufern


Wie wird bei einer "Seitwärts-Pump&Dump-Kampagne" der Aktienkurs in einer engen Bandbreite gehalten?

Die Range-Oberkante kann durch kontrollierte Verkäufe aufrecht erhalten bzw. nahezu fixiert werden. Zieht das Kaufvolumen an, wird im gleichen Zuge mehr Material verkauft um wieder ein Marktgleichgewicht herzustellen.Die Range-Unterkante wird durch eine Drosselung der Verkäufe, ggf. sogar durch Stützungskäufe der Drahtzieher aufrechterhalten, die sie zuvor am oberen Ende der Handelsspanne verkauft hatten.

Durch dieses "Scalping" sind die Initiatoren in der Lage eine Menge Geld zu verdienen. Sie verkaufen über die Zeit mehrere Millionen Aktien in der Nähe der Rangeoberkante, und kaufen diese wieder zu niedrigeren Preisen, auch nur ein paar Cent niedriger, zurück. Alle zurückgekauften Aktien werden dann am oberen Ende der Handelsspanne wieder versucht zu veräussern.Ein Vorteil dieses Schemas ist, dass der Aktienbestand durch das Scalping während der Kampagnenahezu unverändert bleibt. Somit können Insiderbehaupten, sie wären über den Pump & Dump ebenso ahnungslos gewesen.

Sobald das Handelsvolumen an der Börse schwindet, können Wash-Sales dazu benutzt werden, um weiteres Kaufinteresse in den betreffenden Aktien vorzutäuschen. Ein Wash-Sale ist eine illegale Marktmanipulationspraktik, in dem gleichzeitig ein und dieselbe Adresse Aktien kauft und verkauft, um künstlich ein erhöhtes Handelsvolumen und einen höheren Kurs zu provozieren. 

Diese Art der Geschäfte sind deshalb illegal, weil der wirtschaftliche Eigentümer nicht wechselt, es also kein wirtschaftliches Interesse an diese Geschäften gab. Das Kartenhaus wird zwangsläufig in sich zusammenfallen, sobald die Kampagne abebbt. Ein seitwärts laufender Aktienkurs langweilt die Anlegerschaft. Begleitet durch aggressive Insiderverkäufe schwindet nach und nach das Interesse an der Aktie und die Betrogenen fangen an zu kapitulieren. Da der Aktienkurs üblicherweise bei solchen Konstellationen ins Bodenlose fällt, können die Insider wieder alle verkauften Aktien zurückkaufen und eine Weile innehalten, um den Prozess zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu wiederholen. Der König ist tot - es lebe der König!


Hier zwei Beispiele von "Seitwärts Pump & Dump - Kampagnen" die alle in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 stattfanden:

Nuvilex:

Am 12. Juli 2013 begann die fünfte NVLX Pump & Dump -Kampagne seit August 2011 - bereits die dritte Kampagne des Jahres 2013 Am 26. Juli wurde bereits der Höhepunkt der laufenden Kampagne erreicht obwohl diese im darauffolgenden Jahr weitergehen sollte. Im Laufe der nächsten drei Wochen handelte die Aktie erst in einer Bandbreite von 0,15$-0,18$, danach zwischen 0,11$-0,15$. In der zweiten Woche der laufenden Kampagne, Ende Juli, krebste die Aktie im Niemandsland herum. Im Laufe der Kampagne, empfahlen mindestens 129 Newsletter die Aktien von NVLX, viele von ihnen zweimal ein paar von ihnen drei Mal.

In nachfolgendem Chart kann man sehen, dass jeder Peak mit einem übertriebenen Ausverkauf einherging und jeder Tiefpunkt lediglich einen Spike darstellte. Im Laufe der Zeit wurde die Handelsspanne immer enger bis es letztendlich im Dezember zu einer Kapitulation kam, der Aktienkurs in sich zusammenbrach. Kurz gesagt, verloren diejenigen, die diese Aktien hielten binnen kürzester Zeit ihren Einsatz. Es wird geschätzt, dass geprellte Anleger mindestens 4 Millionen US-Dollar durch diese Kampagne bis Ende 2013 verloren.

 

Plandai Biotechnology Inc.

Plandai begann seine vierte Pump & Dump-Kampagne innerhalb von 18 Monaten am 23. Juli 2013, die sich fast bis fast bis Mitte Dezember hinzog. Mindestens 139 Newsletter wurden versandt, manche davon wurden wieder mehrfach versendet.

Der Chart zeigt, dass die Aktien für mehrere Monate in einer Bandbreite von 0,40-0,60 gehandelt wurden. Außerhalb dieser Range kann man hier und da nur kleine Spitzen erkennen, die sogar bis in den Bereich bei 0,8 reichten. Diese Spitzen waren die besten Möglichkeiten für Insiderverkäufe, wie auch die Spikes im Volumen belegen. Mitte September erreichte die Aktie aufgrund der laufenden Kampagne ihr Hoch bei ca. 0,8$. Am 16. Dezember 2013 wurden die letzten Newsletter zugestellt. Unmittelbar danach begann der Absturz der Aktie. Bis Ende des Jahres wurden Plandai-Aktien mit weniger als der Hälfte des Preises, bei dem die Kampagne beginn, bewertet. Es wird geschätzt, dass Anleger alleine durch diese P&D-Kampagne mehr als 2Mio $ $ verloren.

Übersetzter Artikel: http://www.pumpsanddumps.com/2014/01/in-lament-of-sideways-pump-dump.html

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